"Manchmal, wenn ich im Hotel in Balbec an meinem Fenster stand, während Françoise die Decken fortnahm, die das Licht abwehren sollten, oder abends, während ich den Augenblick erwartete, da ich mit Saint-Loup im Wagen fortfahren würde, war es vorgekommen, daß ich auf Grund eines Lichteffekts einen düsteren Teil des Meeres für eine ferne Küste hielt oder mit Freude eine blaue, verfließende Zone bemerkte, ohne zu wissen, ob sie noch Himmel oder schon Meer war. Sehr schnell stellte mein Verstand dann zwischen den Elementen die Trennung wieder her, die der bloße Sinneseindruck ausgeschaltet hatte. [...] Aber gerade aus solchen seltenen Augenblicken, in denen man die Natur, wie sie ist, als reine Poesie erlebt, bestand das Werk Elstirs. Eine seiner häufigsten Metamorphosen in den Seestücken, die er zu der Zeit um sich hatte, bestand darin, daß er in einer vergleichenden Annäherung von Erde und Meer jede Grenzlinie zwischen ihnen verschwinden ließ. Dieser stillschweigend und unermüdlich in ein und demselben Bilde wiederholte Ausgleich führte jene vielgestaltige, machtvolle Einheit herbei, auf der, ohne daß es ihnen immer deutlich bewußt wurde, die Begeisterung mancher Verehrer der Kunst Elstirs beruhte."
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit - Im Schatten junger Mädchenblüte
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(c) mm 2000